Arbeitszeitverkürzung: ökonomische und soziale Effekte (Mediengespräch, 12.05.2026)

Nachdem die wöchentliche Normalarbeitszeit in Österreich über Jahrzehnte hinweg weitgehend stabil geblieben ist, hat die Debatte um eine weitere Verkürzung zuletzt an Fahrt gewonnen. Dabei spielen Argumente zu den potenziellen positiven und negativen ökonomischen Effekten von Arbeitszeitverkürzungen eine zentrale Rolle. Ein Blick in die Geschichte der letzten hundert Jahre zeigt jedoch, dass Beschäftigungseffekte oft nur eines von vielen Zielen waren. Vergangene Reformen waren beispielsweise oft von dem Bestreben getrieben, die Arbeitsbedingungen und Gesundheit der Arbeitnehmer:innen zu verbessern, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern sowie die das Wohlbefinden zu steigern.

Dieses von Diskurs. Das Wissenschaftsnetz organisierte Mediengespräch beleuchtet das Thema Arbeitszeitverkürzung aus wissenschaftlicher Perspektive in Hinblick auf ökonomische und soziale Indikatoren. Dabei werden einerseits die Arbeitszeitvorstellungen der in Österreich Beschäftigten analysiert: Welche Unterschiede sind nach Alter, Geschlecht oder Bildung festzustellen? Wollen „die Jungen“ oder die viel gescholtene Gen Z tatsächlich weniger arbeiten als andere Altersgruppen? Welche Rolle spielen berufs- und branchenspezifische Belastungen für Arbeitszeitwünsche? Wie groß ist der Einfluss der sozioökonomischen Lage?
Des Weiteren gibt eine Metastudie erstmals Auskunft über die real messbaren ökonomischen Effekte tatsächlich durchgeführter Arbeitszeitverkürzungen und zeigt, welche realen Auswirkungen eine Reduktion der Wochenarbeitszeit auf den Arbeitsmarkt hat.
Außerdem werden die Auswirkungen einer Arbeitszeitverkürzung auf die Verteilung von unbezahlter Arbeit und auf Zeitarmut unter die Lupe genommen: wer profitiert von einer Arbeitszeitverkürzung und wofür wird die „gewonnene“ Zeit in Folge verwendet?

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Moderation: Sophie Menasse
Diskurs. Das Wissenschaftsnetz