Care im Wandel: Demografischer Druck und wohlfahrtsstaatliche Transformationen (Mediengespräch, 09.04.2026)

Die demographische Alterung stellt europäische Wohlfahrtsstaaten vor massive Herausforderungen. In Österreich beziehen über 500.000 Menschen Pflegegeld, die Ausgaben werden sich bis 2080 mehr als verdoppeln. Parallel verändert sich die Organisation von Care-Arbeit grundlegend: Tätigkeiten, die historisch überwiegend im privaten und häufig von Frauen geleisteten, unbezahlten Bereich verortet waren, werden zunehmend formalisiert und staatlich finanziert.

Diese Transformation bringt neue Marktlogiken in familiale Zusammenhänge und macht zugleich bestehende Ungleichheiten sichtbarer. Sie wirft zentrale Fragen auf: Wie kann Care-Arbeit nachhaltig organisiert und finanziert werden? Und welche Auswirkungen hat ihre zunehmende Formalisierung auf Geschlechterverhältnisse, familiäre Arrangements und soziale Gerechtigkeit?

Dies nimmt Diskurs. Das Wissenschaftsnetz zum Anlass, die makroökonomischen Szenarien und wohlfahrtsstaatlichen Transformationen von Care-Arbeit gemeinsam zu beleuchten. Expert:innen analysieren aus ökonomischer und soziologischer Perspektive die damit verbundenen Gestaltungsspielräume und diskutieren, wie sich staatliche Reaktionen auf die Verteilung von Sorgearbeit, auf Geschlechterordnungen und auf soziale Teilhabe auswirken.

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Moderation: Anna Hasenauer
Diskurs. Das Wissenschaftsnetz