Arbeiten bis 65: politisches Ziel, persönliche Belastungsgrenze? (Mediengespräch, 30.09.2026)

Österreich verlängert die Lebensarbeitszeit. Das Frauenpensionsalter wird seit 2024 schrittweise auf 65 Jahre angehoben, seit Anfang 2026 soll eine neue Teilpension den gleitenden Ausstieg erleichtern, und aus der Wirtschaftsforschung kommen Forderungen nach einem Antrittsalter von 67. Während die Politik auf längeres Arbeiten setzt, zeigt sich in den Betrieben ein anderes Bild: Viele Beschäftigte bezweifeln, dass sie im aktuellen Beruf überhaupt bis zur Pension durchhalten.

Der Arbeitsklima Index deutet auf eine Lücke zwischen politischem Anspruch und beruflicher Realität hin und wirft die Frage auf, unter welchen Bedingungen Arbeiten bis zur Pension überhaupt gelingen kann. Wer hält im eigenen Beruf durch und wer nicht? Welche Rolle spielen körperliche und psychische Belastung, unterbrochene Erwerbsverläufe oder ungleiche Einkommen? Und woran entscheidet sich, ob Menschen gesund und produktiv älter werden: an der Arbeitszeit, am Aufgabenzuschnitt, an betrieblicher Gesundheitsförderung oder an einem gleitenden Übergang in den Ruhestand?

Dies nimmt Diskurs. Das Wissenschaftsnetz zum Anlass, Anspruch und Wirklichkeit des längeren Arbeitslebens gegenüberzustellen. Expert:innen ordnen ein, warum so viele den Pensionsantritt nicht mehr erreichen, welche Rolle Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Geschlecht spielen und mit welchen betrieblichen wie politischen Maßnahmen sich Arbeiten im Alter tatsächlich tragfähig gestalten lässt.

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Moderation: Sophie Menasse
Diskurs. Das Wissenschaftsnetz