Sichere Versorgung in der Polykrise? Im Spannungsfeld von Verfügbarkeit, Leistbarkeit und Nachhaltigkeit (Mediengespräch, 29.09.2026)

Wann & Wo
10 Uhr
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Sophie Menasse
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Ob Erdöl, Weizen, Dünger, seltene Erden oder Medikamente: Vom russischen Angriffskrieg über globale Handelskriege bis hin zu blockierten Handelswegen führen uns geopolitische Konflikte die Verletzbarkeit unserer Versorgung in globalisierten Zeiten vor Augen. Gleichzeitig zeigt uns jeder neue Hitzesommer, dass die Klimakrise ungebremst voranschreitet, während die Inflation armutsgefährdete Menschen unter enormen Druck setzt. Die Ziele Versorgungssicherheit, Leistbarkeit und ökologische Nachhaltigkeit zu vereinbaren, gleicht in der aktuellen Krisenpolitik oft einem schwierigen Spagat.
Wie lässt sich unter den Bedingungen dieser Polykrise eine sichere Versorgung aller Menschen innerhalb der planetaren Grenzen gewährleisten?
Antworten auf diese Frage liefert unser Mediengespräch. Renommierte Expert:innen präsentieren dort erste Zwischenergebnisse des laufenden Forschungsprojekts ReMass, an dem sechs Wiener Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten.
Moderation: Sophie Menasse (Diskurs. Das Wissenschaftsnetz)
INPUTS:
Helmut Haberl ist Professor für Sozialökologischen Stoffwechsel am Institut für Soziale Ökologie der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), stellvertretender Leiter des Departments für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und Leiter der Doctoral School Social Ecology an der BOKU. Aktuell leitet er das FWF Emerging Fields -Forschungsprojekt “REMASS – Resilience and Malleability of Social Metabolism“ (Resilienz und Gestaltbarkeit des gesellschaftlichen Stoffwechsels). Das stark interdisziplinäre Projekt REMASS erforscht, wie Krisen – beispielsweise Kriege, Pandemien oder Klimaextreme – globale Ressourcen- und Versorgungssysteme beeinflussen und wie die Gesellschaft ihre Ressourcennutzung resilienter, gerechter und nachhaltiger gestalten kann. Im Projekt kooperiert das BOKU-Team mit Forschenden von Wirtschaftsuniversität, Uni Wien, dem Complexity Science Hub, IIASA und der Central European University.
Caroline Zimm, PhD (IIASA): “Die sicherste Energie ist die, die wir nicht brauchen“
Caroline Zimm ist Senior Research Scholar am Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA), wo sie seit 2014 tätig ist. Ihre Forschung befasst sich mit der Verbreitung von Innovationen für nachhaltige Entwicklung, mit Ungleichheiten sowie mit transformativen Entwicklungspfaden für die Menschheit innerhalb eines stabilen Erdsystems. Derzeit arbeitet sie an den internationalen Forschungsinitiativen der Earth Commission der Global Commons Alliance, sowie am FWF-Projekt „Resilience and Malleability of Social Metabolism“ (REMASS) und leitet die Tipping Points Discussion Series.
Anke Schaffartzik, PhD & Sarah Ware, Msc (Central European University, Wien): „Wer oder was ist resilient? – Versorgungssysteme in der Krise“
Anke Schaffartziks akademischer Hintergrund liegt in der sozialen Ökologie und der ökologischen Ökonomik, mit einem Schwerpunkt auf dem sozialen Metabolismus – also auf den Ressourcenflüssen (Extraktion, Importe und Exporte) und Beständen, die zur Reproduktion einer Gesellschaft erforderlich sind. Ein Großteil ihrer Forschung befasst sich mit der Rolle des Handels bei internationalen materiellen (und anderen) Ungleichheiten. Anke Schaffartzik ist assoziierte Professorin an der Central European University (CEU) in Wien.
Sarah Ware forscht an der Central European University in Wien zu Theorie und Praxis der Stadtplanung. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des sozial-ökologischen Wohnungsbaus und der Bürgerbeteiligung, wobei ihr besonderes Interesse feministischen Degrowth-Ansätzen in der Stadtplanung gilt. In ihrer aktuellen Forschung im Rahmen des REMASS-Projekts untersucht sie die Resilienz und Anpassungsfähigkeit von Wohnungsversorgungssystemen, wobei sie den Fokus auf den Einfluss von Eigentumsstrukturen und Nachhaltigkeitsansätzen auf Aspekte wie Erschwinglichkeit, Wiederverwendung und Anpassung sowie Leerstand und Abriss des bestehenden Wohnungsbestands legt.

