Wissenschaftsfeindlichkeit – Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen. Am Beispiel von Covid, Migration, sowie Klima (Mediengespräch, 02.05.2023)

Der Wissenschaftsbarometer der ÖAW aus 2022 hat Alarmierendes gezeigt: Rund ein Drittel der ÖsterreicherInnen vertrauen der Wissenschaft wenig oder gar nicht. 37% setzen lieber auf den „gesunden Menschenverstand“ als auf die Forschung und ganze 56% sehen Wissenschaft als Teil der Eliten, die von oben herab, aus dem Elfenbeinturm, kommuniziert, an Sorgen und Bedürfnissen „des Volkes“ vorbei. Auch Eurobarometer-Daten zeigen, dass hierzulande das Interesse an Wissenschaft besonders niedrig ausgeprägt ist, Forscherinnen besonders wenig vertraut und Wissenschaft als kaum relevant für den künftigen Wohlstand gesehen wird.

Wissenschaftsfeindlichkeit wird zunehmend auch von Politik und Medien geschürt bzw. verstärkt. Wir werden diskutieren, wie dies funktioniert und welche Kosten es hat, wissenschaftliche Erkenntnisse abzuwerten, Forscherinnen zu diffamieren. Verschiedene Facetten davon sollen anhand der Themen Covid (Andreas Bergthaler), Migration (Judith Kohlenberger),  und Klima (Reinhard Steurer) diskutiert werden:

  • Beispiele: Wo werden wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert, lächerlich gemacht, verzerrt, durch Falschaussagen verdrängt etc.; wie/wann wurden WissenschafterInnen diffamiert und abgewertet, insbesondere von Seiten der Politik und der Medien.
  • Mechanismen: Wie funktioniert das? Wie kann es gelingen, weitgehend geteilte wissenschaftliche Erkenntnisse zu ignorieren bzw. wirksam in Frage zu stellen? (Stichwort shifting baselines, false balancing etc.)
  • Auswirkungen: Was bewirkt es für die Gesellschaft? (Problemlösungspotenzial wird nicht genutzt, zunehmende Polarisierung, Verunsicherung, Verschwörungstheorien…)

 

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INPUTS:

Moderation: Dr. Ruth Simsa
Diskurs. Das Wissenschaftsnetz / WU Wien

Aufzeichnung der Inputs