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Dossier

(Langzeit)Arbeitslosigkeit – Der lange Schatten der Corona-Krise

Editorial

Die Corona-Krise hat die Arbeitslosigkeit auf ein nicht für möglich gehaltenes Rekordniveau  anwachsen lassen. Auch wenn zu erwarten ist, dass ein Teil dieser Arbeitslosigkeit nach Abflauen der Pandemie und dem Anspringen der Wirtschaft wieder abgebaut werden kann, besteht das zentrale Problem darin, dass sich der Sockel an Langzeitarbeitslosen deutlich erhöhen wird. Darin sind sich alle Expert*innen einig. Die Corona-Krise wird diesbezüglich also einen langen Schatten werfen, unter dem Teile der Bevölkerung aber auch die gesamte Gesellschaft länger leiden werden, wenn nicht entsprechend gegengesteuert wird. Dies v.a. auch deshalb, weil Langzeitarbeitslosigkeit schon vor der Covid-Pandemie deutlich angestiegen ist, es sich also um ein gesellschaftliches Phänomen handelt, das strukturell angelegt ist. Die durch die Pandemie verursachte tiefe Wirtschaftskrise hat diese Entwicklung aber noch einmal entscheidend verschärft.

Um ein gravierendes gesellschaftliches Problem handelt es sich dabei aus mehreren Gründen. Zum einen wissen wir aus der verfügbaren Forschung, dass Langzeitarbeitslose das höchste Risiko aufweisen, dass sich ihr Ausschluss von Beschäftigung dauerhaft verfestigt. Dies wiederum führt zu negativen sozialpsychologischen Auswirkungen bei den davon Betroffenen. Denn Erwerbsarbeit ist weit mehr als nur ökonomische Existenzsicherung. Sie spielt eine zentrale Rolle für die soziale Einbindung von Menschen in die Gesellschaft, für ihre Identität und ihren Selbstwert. Der dauerhafte Ausschluss von Erwerbsarbeit betrifft aber nicht nur Individuen. Eine drohende soziale Spaltung bedroht auch die Stabilität von Gesellschaften insgesamt.

Das Dossier greift daher diese drängende gesellschaftspolitische Frage auf der Grundlage wissenschaftlicher Evidenzen auf. Es arbeitet heraus, welche Gruppen in besonders hohem Ausmaß von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind und beschäftigt sich mit den negativen sozialpsychologischen Auswirkungen. V.a. aber wird in diesem Dossier aufgezeigt, dass die Herausforderung Langzeitarbeitslosigkeit nicht mit den herkömmlichen Mitteln (aktiver) Arbeitsmarktpolitik zu bewältigen ist. Es bedarf vielmehr, so das argumentative Plädoyer, einer öffentlichen Beschäftigungspolitik, die sich an gesellschaftlichen Bedarfen orientiert, um dieses Problem nachhaltig zu lösen.

Das Dossier ist insofern als work in progress angelegt, als es fortlaufend um aktuelle Beiträge erweitert wird.

 

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