Lohn- und Sozialdumping: Ursachen, Praktiken und Lösungsansätze (Mediengespräch, 28.07.2026)

Lohn- und Sozialdumping schadet nicht nur den unmittelbar betroffenen Arbeitnehmer:innen, die um ihren kollektivvertraglich zustehenden Lohn gebracht und in prekäre Arbeitsverhältnisse gedrängt werden. Es trifft die gesamte Wirtschaft, da Betriebe, die sich an die Regeln halten, gegenüber unlauteren Konkurrenten in einen Wettbewerbsnachteil geraten.

In den letzten Jahren ist dieses Problem verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Zahlreiche Maßnahmen sind umgesetzt oder geplant worden, um Lohn- und Sozialdumping Einhalt zu geben. Über die Effektivität der Maßnahmen, die von Gesetzen der Auftraggeberhaftung, zu neuen Kontrollmöglichkeiten der Behörden, über härtere Strafen, einheitliche Kollektivverträge und Streiks reichen, gibt es kontroverse Aufschlüsse.

Eine detaillierte Analyse der Effektivität des Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetzes (LSD-BG) aus dem Jahr 2021 kommt zu dem Ergebnis, dass sich die abschreckende Wirkung der Strafen seit der Gesetzesnovelle sogar verschlechtert hat. Ein exemplarischer Blick in die Paketbranche zeigt darüber hinaus: Praktiken des Lohn- und Sozialdumpings sind in Österreich und in Europa insgesamt nach wie vor weit verbreitet.​ Zwei Expertinnen beleuchten das Problem anhand konkreter wissenschaftlicher Evidenz in Hinblick auf Ursachen, Praktiken und Lösungsansätze.

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Moderation: Sophie Menasse
Diskurs. Das Wissenschaftsnetz