Stadtbäume sind keine Option – sie sind eine Überlebensfrage (Mediengespräch, 03.06.2026)

Sei es in den großen Städten wie Linz, Graz oder Wien, oder aber in Horn, Bruck an der Mur oder Wörgl: Stadtbäume stehen im Zentrum der Klimadebatte. Ihnen kommt eine enorme Bedeutung zu, wenn es um das Mikroklima der Freiräume in der Stadt geht. Die gesamtklimatische Situation in den Städten hängt ebenfalls sehr stark mit diesen großen Kühlapparaten zusammen. Deshalb ist es gerade jetzt erforderlich, für eine Versorgung mit Großgehölzen in der Stadt einzutreten, sich für langfristig tragfähige Wachstumsbedingungen der Bäume einzusetzen und fachkundige Argumente vor plakative Lösungen zu stellen. Das mutige politische Schritte zum Teil fehlen, zeigt die aktuelle Entwicklung in der Stadt Wien: Seit 2021 ist das Programm „Raus aus dem Asphalt” dort ein Vorzeigeprojekt – nun droht es aber unter dem Spardruck ins Stocken zu geraten.

Eine „grüne“ Stadt verfügt nicht nur über ausreichende Parkanlagen und begrünte Freiräume, sie zeichnet sich auch durch die Anzahl der Bäume aus und wie diese sich entlang der Straßen in Alleen und auf Plätzen entwickeln können.

Der niederländische Forstwirt und Stadtforscher Cecil Konijnendijk propagiert die Faustregel: 3-30-300: 3 Bäume soll jede Person von Wohnung, Arbeitsplatz oder Bildungsstätte aus sehen; 30% der Fläche aller Freiräume sollte überschirmt sein und zum nächsten hochwertigen Grünraum sollten maximal 300 Meter zurückgelegt werden müssen.

Für die erlebte, gefühlte und die objektiv messbare Lebensqualität einer Stadt ist die gerechte, also möglichst flächendeckende Verteilung von Bäumen im öffentlichen Raum ausschlaggebend. Stadtbäume sind Lebensversicherungen für unsere Städte: Sie kühlen urbane Hitzeinseln um mehrere Grad, reinigen die Luft, speichern Wasser, fördern die Biodiversität und steigern die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum – und sie sind in den sich immer weiter erhitzenden Städten buchstäblich Lebensretter.

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Moderation: Alexander Behr
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