Sommerferien: Alptraum Betreuungslücke (Mediengespräch, 23.06.2026)

Die Sommerferien nahen – und mit ihnen die große Frage: wohin mit den Kindern, während die Eltern arbeiten? Das nimmt Diskurs. Das Wissenschaftsnetz zum Anlass, das Thema Wahlfreiheit und Sorgepflichten von Müttern unter die Lupe zu nehmen. Im Mediengespräch zeigen zwei Expertinnen anhand qualitativer Untersuchungen in Österreich sowie der Analyse von Reformen, dass die politisch propagierte „Wahlfreiheit“ in der Betreuung von (Klein-)Kindern nicht zu sozialer Nachhaltigkeit führt, wenn tragfähige öffentliche Rahmenbedingungen fehlen. Indem die individuelle Entscheidung für/gegen familiale/institutionelle Betreuung betont wird, werden strukturelle Sorgelücken privatisiert und insbesondere an Mütter ausgelagert und von ihnen erfüllt. Dies hat umfassende Konsequenzen, die weit über ökonomische Auswirkungen hinausgehen. Ungleichheiten zeigen sich auch beim Thema Emotionsarbeit und bei der Frage der Selbstsorge.

Sorgende Tätigkeiten werden im Spannungsfeld aus traditionellen und neoliberalen Logiken unsichtbar gemacht, abgewertet und unter Wachstumslogiken marginalisiert. Mütter werden dabei individualisiert verantwortlich gemacht (a) für die Entscheidungen in der vermeintlichen Wahlfreiheit unter persistenten und sich verschärfenden Bedingungen der Ungleichheiten nach Geschlecht und sozioökonomischem Hintergrund, und (b) für Konsequenzen sowohl auf ihrer individuellen Ebene als auch für die Entwicklung des Kindes.

Anfang des Sommers steigen somit nicht nur die Temperaturen, sondern insbesondere die Erwartungen – sichtbare wie unsichtbare –, die an Mütter mit Betreuungspflichten gestellt werden.

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INPUTS:

Moderation: Sophie Menasse
Diskurs. Das Wissenschaftsnetz

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