Mehr Kontrolle statt mehr Beton: Alternativen zum „Sicherheitsausbau“ der B317 Friesacher Straße (Mediengespräch, 22.09.2026)

Wann & Wo
Dienstag, 22. September 2026
10 Uhr
Via Zoom – zur Anmeldung: https://us02web.zoom.us/meeting/register/sOQQnUWvTHOAeaIjhIhsEg
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Dr. Alexander Behr
Diskurs. Das Wissenschaftsnetz
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Cosima Danzl
Diskurs. Das Wissenschaftsnetz
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Die B317 Friesacher Straße wird als „Todesstrecke Mittelkärntens“ bezeichnet. Hier kommt es zu zahlreichen Frontalunfällen – oft mit schweren Folgen. Seit Jahrzehnten wurde über die Friesacher Straße (B 317) gestritten. Jetzt gibt es eine Einigung: Der Bund bezahlt sämtliche Maßnahmen für einen Sicherheitsausbau. Dieses millionenschwere Projekt ist nicht unumstritten und von überregionaler Bedeutung, denn es wirft Grundsatzfragen auf. Wie mit Gefahrenzonen umgegangen und wie Verkehrssicherheit gewährleistet wird, sind politische Richtungsentscheidungen. Eine Möglichkeit ist der Neu- bzw. Ausbau, mit zusätzlicher Bodenversiegelung und hohen Kosten. Eine Alternative zeigt ein Blick nach Schweden, wo mit der „Vision Zero“ bereits ein Viertel Jahrhundert konsequent, nachhaltig und erfolgreich an der Reduktion von Unfallursachen gearbeitet wird.
Zwei Koryphäen der Verkehrswissenschaft analysieren in diesem Mediengespräch anhand des Beispiels Friesacher Straße die Wirksamkeit und Sinnhaftigkeit der geplanten Maßnahmen und zeigen zielführendere Perspektiven auf – wie das schwedische 2-1 Modell, Sektion Control und Geschwindigkeitsreduzierung –, die nicht nur die Sicherheit signifikant erhöhen würden, sondern dabei auch massiv Kosten sparen und die Umwelt schonen würden. Aufbauend auf jahrzehntelangen Forschungsarbeiten und mit wissenschaftlichen Belegen und internationalen Best-Practice Beispielen untermauert plädieren sie: Nicht nur aus der Perspektive der Verkehrssicherheit, auch aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht ist hier – beim geplanten Ausbau der Friesacher Straße und bei der österreichischen Verkehrsstrategie insgesamt – ein Umdenken dringend geboten.
INPUTS:
Univ.-Prof. Dr. Günter Emberger
(Technischen Universität Wien): „Evidenzbasierte Verkehrssicherheit vor flächenintensivem Ausbau“
Günter Emberger leitet seit 2024 das Institut für Verkehrswissenschaften an der Technischen Universität Wien sowie die Forschungsbereiche Verkehrsplanung und Verkehrstechnik und spurgebundene Verkehrssysteme. Der habilitierte Verkehrsplaner forscht seit 1990 zu Mobilitätsverhalten, strategischer Verkehrsmodellierung, Verkehrssicherheit, Umweltwirkungen des Verkehrs sowie nachhaltiger Mobilität. Inhaltlich liegt sein Schwerpunkt auf der Entwicklung und Bewertung sicherer, klimaverträglicher und sozial gerechter Verkehrssysteme – von Verkehrsmodellen und öffentlichem Verkehr bis zu aktiver Mobilität und zugänglichen öffentlichen Räumen.
Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Hermann Knoflacher
(Technischen Universität Wien): „Es geht nicht nur um die Verkehrssicherheit!“
Hermann Knoflacher studierte an der HTL Villach Bauingenieurwesen, Mathematik und Geodäsie. Neben Praxis im Hoch und Tiefbau, sowie Forschung und Lehre an der TU Wien, gründete und leitete er auch das Institut für Verkehrswesen im Kuratorium für Verkehrssicherheit. Seit 1963 entwickelt er Pläne und Strategien für Gemeinden und Länder im In-, näheren und weiteren Ausland und ist als Gutachter und Berater für Minister, die EU-Kommission, OECD, WHO und UNO tätig.
Moderation: Dr. Alexander Behr
Diskurs. Das Wissenschaftsnetz

