Hohe Qualität für wenig Geld? Die Lebensrealität freier Journalist:innen (Mediengespräch, 28.05.2026)

Die Existenzängste unter freien Journalistinnen und Journalisten im Land sind real und messbar. Das belegt eine aktuelle Untersuchung zur Journalismusförderung in Österreich, die jüngst von Medienminister Andreas Babler vorgestellt wurde. Die Daten zeigen ein massives Einkommensgefälle: Freiberufliche Journalist:innen verdienen signifikant weniger als Festangestellte. Um finanziell zu überleben, ist die Mehrheit von ihnen auf Nebenjobs angewiesen. Viele Freie rutschen trotz Vollarbeitszeit unter die offizielle Armutsgrenze von monatlich 1.661 Euro. Der wirtschaftliche Druck, unter dem freie Journalist:innen stehen, ist umso dramatischer, betrachtet man ihre hohe gesellschaftliche Relevanz: Sie sind es, die vielfach wichtige Lücken füllen, die in personell ausgedünnten Redaktionen offen bleiben. Sie übernehmen oft zeitintensive und riskante Arbeit, berichten aus schwer zugänglichen Regionen oder investieren viele Monate in tiefgründige Recherchen, etwa zu Machtmissbrauch und Korruption. In diesem Sinn übernehmen freie Journalist:innen demokratiepolitisch unverzichtbare Funktionen im Medienbetrieb.  

In Österreich werden Medienhäuser in Form von Förderungen und Inseraten mit öffentlichen Geldern finanziert. In anderen Branchen sind staatliche Förderungen und Aufträge an soziale Mindeststandards der Mitarbeitenden gekoppelt. Dies wäre auch in der Medienbranche dringend notwendig. Im Mediengespräch von Diskurs. Das Wissenschaftsnetz wird die Lage der freien Journalist:innen beleuchtet und mögliche Lösungsansätze skizziert.

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Moderation: Sophie Menasse
Diskurs. Das Wissenschaftsnetz