Wenn das Geschlecht mitentscheidet: Geschlechterungleichheit am österreichischen Arbeitsmarkt (Mediengespräch, 23.07.2026)

Der österreichische Arbeitsmarkt ist insgesamt im europäischen Vergleich gut aufgestellt, in manchen Bereichen sogar spitzenmäßig. Das zeigt der neueste Arbeitsmarktmonitor – ein jährlich vom WIFO aktualisiertes Beobachtungssystem, das die Arbeitsmarktsituation Österreichs auf Basis von Eurostat-Daten im EU-Vergleich darstellt. In zwei Bereichen gibt es in Österreich jedoch großes Verbesserungspotential: im internationalen Vergleich hat Österreich einen extrem hohen Anteil an Menschen in Teilzeitarbeit (hauptsächlich Frauen und hauptsächlich auf Grund fehlender Kinderbetreuungseinrichtungen) und einen extrem hohen Gender Pay Gap. In beiden Fällen handelt es sich um geschlechtsspezifische Ungleichheiten und in beiden Punkten befindet sich Österreich im absoluten Schlussfeld der EU-Länder. Das heißt, in Österreich ist die strukturelle Ungleichbehandlung von Frauen am Arbeitsmarkt besonders hoch. Nicht nur befindet sich Österreich hier weit hinter dem EU-Durchschnitt, sondern vor allem wird dadurch das Potential des österreichischen Arbeitsmarkts nicht voll ausgeschöpft: das System hemmt sich selbst. So könnte beispielsweise ein geschlechtergerechterer Arbeitsmarkt auch zur Lösung des aktuellen Fachkräftemangels beitragen.

Zwei Expert*innen präsentieren in diesem Mediengespräch zum Genderbias am österreichischen Arbeitsmarkt aktuelle Zahlen, Ursachen und Folgen und analysieren das Problem aus wissenschaftlicher Perspektive.

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Moderation: Sophie Menasse (Diskurs. Das Wissenschaftsnetz)